Eine Reise nach Jerusalem bedeutet eine geschichtsträchtige und von vielen Kämpfen, Eroberungen und Streitigkeiten gebeutelte Stadt, die die wichtigsten Heiligtümer des Judentums, des Islams und des Christentums beherbergt, zu besuchen.
Bis Jerusalem die israelische Hauptstadt wurde, hatte die Stadt eine wechselvolle und bewegte Geschichte erlebt, die mit einer jüdischen Siedlung auf dem Berg Moriah, die heute unter dem Felsendom begraben liegt, begann. Die Siedlung entwickelte sich und gewann an Bedeutung. So wurde Jerusalem um 1000 vor Christus von König David erobert und zur Hauptstadt erklärt. Salomon, sein Sohn, errichtete den ersten Tempel. Nach weiteren Eroberungen mussten alle Anwohner 586 vor Christus ins Exil nach Babylon. Erst 538 vor Christus kehrten die jüdischen Bewohner nach Jerusalem zurück und errichteten den zweiten Tempel.
Viele Jahrhunderte hindurch herrschte Frieden, der sich mit Eroberungen der Perser, Griechen und Römer abwechselte. Mit zunehmenden Spannungen hatten Juden und Römer um Jerusalem gerungen, was mit dem Sieg der Römer, der Zerstörung des zweiten Tempels und einem weiteren Exil aller Juden einherging. Um 324 wurden die ersten sakralen Stätten des Christentums, wie die Grabeskirche, erbaut. Während einer muslimischen Eroberungsphase wurden die Al Aqsa Moschee und der Felsendom (um 638) auf dem Tempelberg errichtet. In diese Zeit fällt auch die Rückkehr der Juden.
Jerusalem war auch Ziel der Kreuzzüge, die mit unzähligen jüdischen und muslimischen Opfern einhergingen. Erst nach dem dritten Kreuzzug kehrten die Juden abermals zurück. Im weiteren Verlauf fielen die Osmanen mit blutigen Kämpfen ein.
Seit der britischen Mandatszeit (1917) ist Jerusalem Hauptstadt und seit 1948 des israelischen Staates. Nach dem Unabhängigkeitskrieg wurde Jerusalem in ein israelisches und ein jordanisches Gebiet geteilt. 1967 wurde die Stadt im Sechs-Tage-Krieg wieder geeint.
Auch heute noch kommt es immer wieder zu religiösen Spannungen zwischen den einzelnen Konfessionen, weshalb man bei einer Reise nach Jerusalem aktuelle Berichterstattungen in den Medien verfolgen und darauf achten sollte, dass man sich während der religiösen Feiertage mit Respekt verhält und den Besuch des Tempelberges auf die Morgenstunden beschränkt. Von Freitag (Mittag) bis Samstag (Abend) ruht der öffentliche Verkehr und die Geschäfte schließen am Freitag frühzeitig. Für eine Reise nach Jerusalem wird meist kein Visum benötigt.
Die Altstadt Jerusalems wird durch Tore in der alten Stadtmauer betreten. Diese ist in ein armenisches, ein christliches, ein jüdisches und in ein muslimisches Viertel geteilt. Hier befinden sich zwischen den engen Gassen die wichtigsten Pilgerstätten und Sehenswürdigkeiten für eine Reise nach Jerusalem. Die Klagemauer ist eine wichtige Pilgerstätte der Juden, die täglich von Gläubigen für Gebete aufgesucht wird. Sehenswert sind ebenfalls der jüdische Friedhof, die Al Aqsa Moschee und der Felsendom. Im Israel-Museum werden die Schriftrollen von Qumran aufbewahrt.
Die Begehung der Via Dolorosa ist ein häufiges Ziel einer Reise nach Jerusalem. Der Leidensweg Christi beginnt am Löwentor und führt über mehrere Stationen bis zur Grabeskirche. Hier werden bedeutende christliche Reliquien aufbewahrt, wie der Einbalsamierungsstein von Jesus.
In einem Raum unweit der Kirche auf dem Zinosberg fand Jesus letztes Abendmahl statt. Und in Davidstadt kann man dem Tunnel zur Quelle Gichon folgen. Auf dem Ölberg befinden sich unter anderem die Dominus Flevit Kirche, die Himmelfahrtkirche und die Paternosterkirche. An die Schreckenszeit des Holocaust erinnert die Holocaustgedenkstätte “Yad Vashem”.
Einen Bummel über den Basar oder eine Aufführung im Theater sollte man sich während einer Reise nach Jerusalem nicht entgehen lassen. Die vielen Einflüsse spiegeln sich auch in der heimischen Küche wider und laden zu kulinarischen Entdeckungen ein.
In einem beinah extremen Kontrast erscheint außerhalb der Altstadtmauern die Neustadt in einem modernen Gewand. Knesset, das Parlament Israels, mit dem Wahrzeichen der Menora befindet sich hier. Jerusalem bietet aber auch ein abwechslungsreiches Nachtleben, beispielsweise in der deutschen Kolonie.
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