Der Cancún Marine Park und damit auch Cancún sind um eine Attraktion reicher. Das Unterwassermuseum “Museo Subacuático de Arte” (MUSA), ein Unterwasserkunstwerk zwischen der Insel Isla Mujeres und Cancún, ist bereits das zweite Projekt des Künstlers Jason deCaires Taylor dieser Art in der Karibik. 2006 stellte der Brite den Unterwasserskulpturenpark vor der Küste Grenadas fertig. Mit dem Unterwassermuseum vor Cancún will Taylor auf die Bedrohung des natürlichen Riffs “Great Maya Reef” aufmerksam machen und gleichzeitig eine Alternative schaffen. Denn vor allem während der verheerenden tropischen Wirbelstürme 2005 wurde das Riff stark beschädigt. Gleichzeitig gehört das Riff wegen seiner Einmaligkeit und unermesslichen Artenvielfalt zu einem der beliebtesten Tauch- und Schnorchelgebiete der Welt mit etwa 750.000 Tauchtouristen jährlich.

In nur zwei Jahren wurde das weltweit größte Unterwassermuseum vor der Küste Mexikos errichtet. Die gesamte Unterwasserausstellung umfasst 400 Figuren in der Ausstellung “Die stille Evolution” sowie drei einzelne Figuren mit Symbolcharakter. Die 400 Figuren der Ausstellung stehen stellvertretend für alle Kulturen. Es finden sich Figuren jeden Alters, beiderlei Geschlechts, jeder Herkunft und in unterschiedlichen Gemütsverfassungen. 2009 wurde mit den drei Figuren “Archiv der verlorenen Träume”, “Gärtnerin der Hoffnung” und “Mann im Feuer” der Grundstein für dieses einzigartige Unterwassermuseum gelegt. Die erste Figur ist sehr komplex. Ein Mann schreibt in ein Buch hinein und lehnt sich dabei an ein mit Flaschenpost gefülltes Regal. Die zweite Figur stellt ein liegendes Mädchen dar, das den in den Töpfen gepflanzten Korallen beim Wachsen zusieht. Die Flammen der letzten Figur sind Korallen, die in eigens dafür vorgesehenen Löchern gepflanzt wurden. Das neuste Ausstellungsobjekt ist ein originalgetreuer VW-Käfer.

Jede einzelne Figur wurde an Land nach authentischem Menschenabbild aus einem Spezialbeton mit neutralem pH-Wert hergestellt. Insgesamt wurden 180 Tonnen dieses Spezialbetons für die Ausstellungsstücke verarbeitet. Die Ausstellungsfläche befindet sich in etwa acht bis zehn Meter Tiefe und auf einer Fläche von etwa 420 Quadratmetern. Auf Grund des Materials und der Konstruktion soll sich mit der Zeit ein künstliches Riff auf natürliche Weise bilden. So wurden einige Figuren mit Löchern versehen, die Meereslebewesen Unterschlupf und Lebensraum bieten sollen. Es lassen sich bereits die ersten Erfolge feststellen. Der durch die Meeresströmung aufgewirbelte Sand, die Fische und später auch die angesiedelten Schwämme, Korallen und Anemonen lassen das Gesamtkunstwerk immer wieder anders aussehen.